Der Tataren-Lattich (Lactuca tatarica) ist eine in Osteuropa heimische, in Deutschland im 20. Jahrhundert eingebürgerte Pflanzenart aus der Gattung Lattich (Lactuca) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Der Tataren-Lattich ist ein ausdauernder Hemikryptophyt. Er bildet unterirdische Ausläufer und wird 30 bis 100 Zentimeter hoch. Die Blätter sind ungeteilt bis schrotsägeförmig-fiederspaltig. Am Grund sind sie verschmälert; der Endabschnitt ist länger als die jeweils ein bis vier seitlichen, die dreieckig sind.
Die Blütenköpfchen stehen in einer Rispe. Die Köpfchen bestehen nur aus Zungenblüten. Die Hüllblätter sind schmal weißrandig und haben purpurne Flecken. Die Blüten sind blau, selten weiß. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten, Blütezeit ist Juli und August.
Die Früchte sind Achänen; sie sind flach, geschnäbelt und rundum längsfurchig. Der Fruchtschnabel ist dabei viel kürzer als die braungrüne Frucht. Der Pappus ist stielartig hochgehoben.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, 16 oder 27.[1]
Die Heimat des Tataren-Lattichs ist Osteuropa, Asien und Nordamerika.[2] In Mitteleuropa und Nordeuropa[3] wurde er eingeschleppt. In Deutschland gilt er als eingebürgert (Neophyt) und kommt vor allem im Bereich von Nord- und Ostsee vor. In Österreich ist er in Niederösterreich selten und unbeständig und wurde hier erst "in neuester Zeit eingeschleppt".[4] Er kommt nur bis in die colline Höhenstufe vor. Er wächst in Strandheiden, Dünen, Spülsäumen, auf Schutt, Brachen und Bahnanlagen. Er kommt auf feuchten bis mäßig trockenen, nährstoffreichen, auch salzhaltigen Böden vor. Er gedeiht in Gesellschaften der Verbände Elymo-Honkenyion peploidis und Agropyro-Rumicion, aber auch in Gesellschaften der Ordnung Cakiletalia maritimae.[5]
Man kann zwei Unterarten unterscheiden:[2]
Der Tataren-Lattich (Lactuca tatarica) ist eine in Osteuropa heimische, in Deutschland im 20. Jahrhundert eingebürgerte Pflanzenart aus der Gattung Lattich (Lactuca) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).